nächste woche ab in die simien mountains
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Schlechte Erfahrungen mit Äthiopiern
Ja, die gibts immer noch. Allerdings ist es jetzt etwas besser geworden. Ich denke mal, dass mich die Kinder bzw. Obdachlosen mittlerweile erkennen und vermuten, dass ich kein Tourist bin.
Aber dazu eine andere Geschichte im nächsten Abschnitt.
Trommeln in einem Traditionellen Club und Prostitution
An einem schönen Wochenende waren meine deutschen Kollegen und ich motiviert etwas länger aus zubleiben. Schon nach unserem zweiten Bier wurden wir bereits von Mädls angelächelt. Naja, da lächelt man halt zurück. Aber wie sich dann nach kurzer Zeit herausstellte, wollten die natürlich Geld haben. Weil wie ja jeder hier weiß, haben die Weißnasen eine Menge Geld in der Tasche. Daraufhin wechselten wir das Lokal und es ereignete sich ein ähnliches Szenario.
Nachdem wir dann einige Nachtclubs abgeklappert haben und diese Situation nicht besser wurde, mussten wir uns einmal in einem traditionellen Club relaxen. So ein Club bedeutet, dass immer ein Musiker eine Art Gitarre spielt, ein Mädl singt und ein weiteres Mitglied an den Trommeln sitzt.
Dort angekommen sah ich dann sogar eine Trommlerin. Nichts desto Trotz überfiel mich der Rhythmus und durfte darauf hin auch einmal an den Trommeln werken. Da ich aber schon länger nicht mehr gespielt habe, war die erste Blase am Daumen auch sehr bald anwesend. Daraufhin beendete ich das Getrommle. Natürlich waren alle Anwesenden hin und weg auch einmal einen Ferenghi bei den Künsten des Schlagzeugspielens zu beobachten.
Naja, mit einer Blase auf dem Daumen begab ich mich danach auf die Tanzfläche, wo ich mit der Trommlerin tanzen durfte, so für ca. 5 Minuten.
Zu meiner völligen Überraschung wollte auch sie Geld von mir haben, weshalb wir fluchtartig auch dieses Lokal verlassen haben.
Frustriert, ständig für jede Kleinigkeit bzw. Dienstleistung Geld zahlen zu müssen, beschlossen wir diesen Abend zu beenden. Auf dem Weg nachhause kehrten wir noch in zwei weitere Nachtclubs ein. Wobei sich allerdings nur das bisher Geschehene wiederholte
.
Friseur
Ich habe jetzt eine neue Frisur. Schau in etwa so aus wie der Fussballspieler Ronaldo, keine Ahnung wo der spielt. Das war eigentlich nicht so gewollt. Die Geschichte begann so, dass wir an dem gleichen Abend wie oben geschildert, zuvor noch mit Amare unterwegs waren. Amare kann man als äthiopischen Freund bezeichnen. Er hatte sein Fahrrad dabei und wollte dieses bei einem Freund unterstellen. Wir begleiteten ihn natürlich. Schließlich besitzt dieser einen Friseurladen. Dort angekommen wurden wir natürlich sofort hereingebeten und gleich zum Abendessen eingeladen.
Da es sowieso gerade sehr stark zu hageln begann, nahmen wir diese Angebot dankend an. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wurde auch gleich ein Termin fixiert.
Als ich schließlich an dem fixierten Termin beim Friseur erschien, teilte ich demjenigen mit, wie gern ich meine Haare haben würde. Nichts besonderes, so wie immer, hinten kurz oben lang. Naja, da mein amharisch dafür nicht reicht, deutete ich auf seinem Kopf. Er hatte so ca. eine ähnliche Frisur. Im vollsten Vertrauen nahm ich meine Brillen ab und genoss die nächste halbe Stunde…
Mein Kollege aus Deutschland schnitt danach zuhause noch etwas nach….
Trip to Dessie, Komboldscha und Bati
Ja ich war schon wieder im Lande unterwegs, allerdings erneut um zu arbeiten. Dies dauerte eine komplett ganze Woche, außer Sonntag. Ich und mein Kollege Simon sträubten uns zwar gegen diesen Trip, da aber in unserem Vertrag so ein ähnlicher Punkt vorkommt, hatten wir keine Chance. Ich fragte dann um einen eigenen Fahrer, der uns sicher dort hin und wieder zurück bringen sollte, aber die Antwort war doch sehr ernüchternd. Mein Kollege und ich befinden sich leider nicht in der Position um Ansprüche auf ein Auto mit Fahrer zu haben, daher mussten wir mit dem öffentlichen Bus fahren, und das ist allen Ernsten kein Spaß.
Die Straßen sind zum großen Teil nicht asphaltiert sondern, wenn es gut hergeht, kann man von einer befestigten Schotterstraße sprechen. Außerdem werden die Busse immer komplett angefüllt, meistens sogar überfüllt. Auch befinden sich regelmäßig Kuh-, Schaf- oder Ziegenherden, Menschen sowieso, auf der Straße. Von der Belästigung der Weißnasen in sämtlichen Busbahnhöfen spreche ich erst gar nicht.
Da aber das Wohl von Praktikanten überhaupt keine Rolle spielt, obwohl diese Organisation mehr als genug Geld hat, hat meine Meinung und meine Motivation gegenüber dieser sehr stark reduziert.
Darüber das mit Geld in den höheren Positionen sehr leichtfertig umgegangen wird, darf ich ja nicht erwähnen, ist ja Betriebsgeheimnis…
Back to the trip:
Aufbruch war Montag morgens um 5:30 Uhr, d. h. dass es zu diesem Zeitpunkt für mich kein Frühstück gab, weil noch sämtliche Kaffee´s geschlossen hatten. Nach ca. 2 Stunden gabs dann eine Pause, in der unser Busfahrer natürlich frühstückte und niemanden sagte wie lange wir Zeit hätten. Daher blieb jeder Passagier beim Bus, um nicht zurückgelassen zu werden. Die nächste Gelegenheit zum Essen gabs dann ca. 16 Stunden später. D. h. Simon und ich hatten für ca. 24 Stunden keine Gelegenheit vernünftig zu essen. Naja, mit Praktikanten kann man es ja machen.
Um 00:30 Uhr morgens kamen wir dann in Dessie, unserer Zielstadt, an. Dort suchten wir dann eine zeit lang ein geeignetes Hotel. Nachdem wir ein Hotel mit einer toten Rate am Treppenaufgang, und vor einigen verschlossenen Türen standen, fanden wir das richtige für die erste Nacht. Es war über einem Nachtclub und über einem traditionellen Club. D. h., dass ich in meinem Bett eine Mischung aus 80er Discomusik, das ist momentan sehr aktuell hier, und traditioneller Musik hörte. Irgendwann fiel ich schließlich in den Schlaf.
Am nächsten Morgen wechselten wir sofort das Hotel, und die Reise wurde etwas besser.
Das was hier so aussieht wie Nebel ist nur Staub und Dreck auf der Fensterscheibe des Busses. Sieht aber dafür sehr gut aus.
In Bati
Es ist auch etwas amüsantes passiert. Als ich mit Simon in Bati unterwegs war, kam uns eine Dame um die 45 entgegen. Sie sagte sehr aufgeregt ein paar amharische Sätze, worin ich das Wort ferenghi einige male wahrnehmen konnte. Als mein Kollege dann zu grinsen begann, wollte ich natürlich wissen was sie nun von sich gegeben hätte. Er meinte dann, sie danke Gott, sie danke ihm so viel, sie ist so glücklich, zum ersten Mal in ihrem Leben hat sie einen ferenghi gesehen. Sie liebt ferenghis.
Das ist doch nett, wenn man mit seiner bloßen Anwesenheit Menschen glücklich machen kann…
Nach einigen mehr oder weniger interessanten Ereignissen, machten wir uns wieder auf nach Bahir Dar.
Ein gut gewürztes Ful
Als ich von meiner Dienstreise zurück kam, verspürte ich etwas Hunger. Worauf ich beschloss ins nächste Cafe zu gehen und mir ein Ful zu bestellen. Das ist ein Gericht aus Bohnen, Tomatensauce, Pfefferoni, Joghurt. Eigentlich sehr gut. Ich saß da mit meinem Kollegen Gerd und wartete geduldig auf mein Ful. Schließlich wurde es serviert und ich begann unverzüglich zu essen. Unmittelbar danach merkte ich sofort den sauren Geschmack welcher eher sehr unüblich ist in Äthiopien. Ich dachte mir, da wohl jemand etwas zu viel Salz erwischt. Nichts desto trotz verschlang ich voller Freude mehr als die Hälfte davon als ich bemerkte, dass sich einige Maden in meinem Ful wanden. Daraufhin beendete ich meine Mahlzeit, spülte schnell mein Cola runter, bezahlte dieses, um fluchtartig das Cafe verlassen zu können. Jedenfalls hat das Mahl seinen Zweck erfüllt, ich war danach nicht mehr hungrig.
Feuchte Schritte
In letzter Zeit kommen am späten Nachmittag gegen Abend immer öfters intensive Sturmfluten vom Himmel. Eines Abends war es wieder etwas kühl ca 15°C, und ich hoffte auf warmes Wasser in meiner Pension. Da das Leben es gut mit mir meint, konnte ich eine ausgiebige lange, heiße Dusche nehmen. Währenddessen hörte ich, wie draußen ein richtiges Unwetter startete.
Als ich dann wohl duftend aus dem Badezimmer kam, stand ich plötzlich im kalten Wasser. Nach genauesten Untersuchungen fand ich schließlich heraus, dass vom Flur Wasser unter der Tür eindrang. Ich stellte meine Wertgegenstände vom Boden auf den Tisch, wonach ich dann meine Untersuchung fortsetzte. Da die Pension in der ich zur Zeit hause sehr schlecht gegen äußere Einflüsse abgedichtet ist, sah ich auch gleich das Wasser durch die kleine Balkontür eintreten. Von dieser bis zu meiner Tür sind es allerdings ca. vier Meter, und innerhalb davon befinden sich noch drei weitere Zimmer. Diese wurden jedoch verschont.
Der Regenguss wurde wieder weniger und ich begann das Wasser mit einem Handtuch von dem Zimmer Richtung Balkon zu schieben…
Gerd wird Bratwurst machen
Mein Kollege Gerd ist ja Fleischermeister und hat auch sonst schon viele aufregende Dinge in seinem Leben erledigt. Und das ist gut so. Weil es wird diese Woche endlich mal wieder eine sehr gute, dicke mit Senf und Ketchup beschmierte Bratwurst geben. Da werd ich wohl wieder etwas an Gewicht zulegen.
Kitfu
Wer kennt das nicht. Ist hier wohl das beliebteste Essen in ganz Äthiopien. Also muss ich das doch auch ausprobieren. Die Zubereitung ist sehr einfach. Man nehme ein großes Stück Fleisch, dreht es durch einen Fleischwolf, und isst es. Bis vergangenen Sonntag hab ich mich erfolgreich davon drücken können, aber nun hab ich es doch genießen müssen. Und ich kann euch sagen, dass war eins von den besten Mahlzeiten meines Lebens.
Mein erster richtig passender Anzug
Ja, celebration….Die Studies hier haben vor kurzem erfolgreich abgeschlossen. Dafür muss natürlich ausführlich gefeiert werden. Weswegen ich mir einen wunderschönen Anzug leistete. Mit Schuhe bezahlte ich dafür 890,- Birr. Das sind so 59,- Euro. Das war auch zu der Zeit, als ich meine Haare schneiden ließ.
Neben mir steht Getu, einer meiner Freunde hier. Der wollte natürlich ein Foto, auf dem ich ihm seinen Blumenstrauß überreiche. Diesen Strauß hab auch ich wirklich für ihn besorgt. Nur zur Info, hier sind Plastiksträuße beliebt.
So das wars schon wieder liebe Leute, nächste Woche gehts ab in die Simien Mountains. Da soll ja sehr sehenswert sein…
liebe Grüße, Reinhard
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